North Face Atlas Triclimate Jacket im Test

 

Kühle Tage, von Winter wollen wir in Deutschland nicht wirklich sprechen – Regen, kurz Sonne, Schneeschauer, wieder etwas wärmer…so wirklich entscheiden kann sich das Wetter dieses Jahr nicht. Also eigentlich perfekte Bedingungen für unseren Test der North Face Atlas Triclimate Jacket. So werden zumindest, außer dem Sommer, die meisten Jahreszeiten gleich mit abgedeckt. Und als ob es die Hersteller gewusst hätten, genau für dieses wechselhafte Wetter haben Sie sogenannte Doppeljacken im Programm. Update 15.09.2014!

North Face Atlas Triclimate Jacket Hardshell Test

Die Anforderungen an die Jacke sahen dann auch wie folgt aus:

  • Sie sollte gegen Kälte isolieren
  • Wasserdicht sein
  • Flexibel anpassbar, mit herausnehmbarer Innenjacke
  • Nicht zu schwer sein
  • Maximal 250 Euro kosten

Mit diesen fünf Punkten gefiel das Modell von North Face am besten, einer Marke, die für mich persönlich Neuland bedeutet. Bei der Atlas handelt es sich um eine so genannte Hardshelljacke.

Unterschied zwischen Softshell und Hardshell

Im Endeffekt bieten Hardshelljacken genau das, was viele Softshell nicht leisten können. Sie sind wasserdicht und haben durch eine atmungsaktive Membran einen breiteren Einsatzbereich. Vom Material sind Sie nicht so soft wie eben Softshelljacken, sondern wie der Name schon sagt härter. Das macht die Jacken etwas unbequemer, der  Tragekomfort fühlt sich nicht so luftig an, dafür sind diese auch wesentlich breiter für verschiedene Wetterbedingungen geeignet.

Atlas Triclimate Jacket in der Praxis

Jack Wolfskin & North Face? Geht schon, wenn man kein Markenwahni ist 😉

Bestellt wurde wieder über den Bergfreunde Onlineshop, wenige Tage später war das Paket auch schon da. Als Farbvariante hat mir das dunklere Sumpfgrün, „fig green / asphalt grey“ sehr gut gefallen. Die Farbe ist nicht aufdringlich, wer will schon im Wald ständig knallige Kontraste setzen. Von der Ausstattung ist dabei was muß, der Rest wird nicht vermisst. Seitlich befinden sich zwei groß Taschen, eine weitere in Höhe der Brust sowie eine Innentasche.

Praktische Details sind der Reissverschluss vorn mit seiner Velcro-Abdeckleiste, man muß es dem Regen ja nicht ganz so einfach machen. Ebenfalls als sehr nützlich habe ich die zwei Unterarmreißverschlüsse empfunden. Längst nicht immer Standard, leider auch in dieser Preisklasse. Schön wenn Sie also mit dabei sind. Wenn doch Regen einsetzt, hilft die einstellbare Kapuze weiter, deren Material fest ist und nicht bei jedem Windstößchen wieder vom Kopf geweht wird.

Die Atlas Triclimate trägt sich angenehm. Man sieht aber gleich, daß Sie bei 1.76m und normal langen Armen zu lang ist (an den Armen).

Bei dem Material setzt North Face mit der Atlas Triclimate auf HyVent. Dieses ist wasserdicht, atmungsaktiv und von robuster Machart. Man hört die Jacke beim laufen, sicher, aber das ist nun eben der Preis für den Wetterschutz. Dafür trotzt die Atlas Triclimate auch wirklich Kälte und Regen – fast schon zu gut. Um die 0° mit T-Shirt + Pullover unter der Jacke ist diese eindeutig zu warm. Hier übernimmt die Fleecejacke wirklich sehr gute Dienste. Im Wald mit Hund, war die Jacke fast permanent geöffnet, es wäre wohl klüger gewesen die Innenjacke herauszuzippen. So sind bei den ersten Miniwanderungen auch gleich einige Dinge aufgefallen, positiv wie negativ.

Die ersten 3-4x tragen wurden von einem leicht chemischen Gerucht begleitet, der nicht wirklich angenehm war. Ob meine Nase zu sensibel ist (meint die bessere Hälfte), sei dahingestellt. Der Gerucht hat sich jedenfalls inzwischen verflüchtig. Ebenso negativ bei der North Face: Sie fällt einfach zu groß aus! Bei meiner Körpergröße von 1.76 Meter und 84 Kilogramm passt die Größe L fast immer – leider nicht bei der Atlas Triclimate. Gefühlt ist das mindestens eine XL. An den Ärmeln fällt die Jacke gut 6-7 Zentimeter zu lang aus. Das lässt sich etwas kaschieren, indem die Klettverschlüsse enger gestellt werden, beseitigt aber nicht, daß sich die Ärmel dann aufstauen.

Tipp: Die North Face Atlas Triclimate fällt groß aus! Wem eine L schon zu luftig sitzt, sollte eine Nummer kleiner bestellen!

Praktisch – die Kapuze und die unauffällige Farbe.

Neben diesem Manko trägt sich die Jacke bequem, auch am Hals. Es schneidet nichts ein, es piekst nichts – fein! Auch die Innenjacke hat sich als praktisch erwiesen, diese ist leicht und kuschelig und wärmt dennoch erstaunlich gut. Kommen wir noch eben kurz zurück zur Isolation der Wärme. Gefühlt taugt die North Face auch für zweistellige Minusgrade, wenn sich der Träger bewegt. Mit T-Shirt, Pulli und inklusive eingezippter Fleecejacke, hat sich nach 3 Stunden an der äußeren Jacke (Hardshell) innen Feuchtigkeit gebildet. An dieser Stelle musste die HyVent Membran wohl kapitulieren. Die Feuchtigkeit, also nichts anderes als verdunstetes Wasser (oder Schweiß) aus dem Körper, hat sich seinen Weg durch die Fleecejacke gebannt um dann an der Außenjacke zu scheitern – die Fleecejacke selbst war trocken. Das laste ich der Jacke nicht unbedingt negativ an. Dafür waren die 0° + Pulli einfach zu viel des Guten.

Fazit North Face Atlas Triclimate Jacke Hardshell

Die Jacke erfüllt die gestellten Anforderungen sehr gut: Körperwärme wird am Körper gehalten, Wasser von außen bleibt auch dort. Dazu kommt eine gute Verarbeitung, die lediglich bei der Größe Schwächen zeigt. Voll punkten kann die Jacke mit einem breiten Einsatzspektrum. Dieser erstreckt sich über Sommerabende, wo nur die Fleecejacke reicht. Weiter zum Herbst, wo die Hardshell zum Einsatz kommt und zum Schluss dem Winter, wo beides kombiniert getragen wird. Das Gewicht beträgt in der mittleren Größe mit Innenjacke rund 1,3 Kilogramm, die zwar auffallen, aber nicht stören. Außen kommt ein 70D faille weave Nylon HyVent 2L Material (= 100% Nylon) zum Einsatz, welches im Zusammenspiel mit getapten Nähten gegen Regen schützt. Die Innenjacke (ebenfalls mit „North Face“ Logos), besteht aus Triclimate Fleece (= 100% Polyester).

Update 15.09.2014:

Tja schade, heute hat es mir den Reißverschluss zerlegt. Dieser hing fest, weil sich der Stoff mit eingezogen hatte und damit war das Ausziehen nicht mehr möglich. Mit etwas roher Kraft war das Problem gelöst. Reißverschluss kaputt, einige Zähnchen von diesem hat es gleich mit rausgerissen und ich habe eine doch recht teure Jacke für den Müll. In dieser Preisklasse geht sowas gar nicht. Warum haben die Jacken aus den tiefsten Ostzeiten so lange gehalten? Weil der Reißverschluss zum Teil unkaputtbar gewesen ist! Für um die 200 Euro hätte ich doch eine längere Haltbarkeit als zwei Winter erwartet…

Positiv Neutral Negativ
  • Gute Verarbeitung
  • winddicht und wasserdicht
  • herausnehmbare Innenjacke mit guter Wärmeisolation
  • Chemischer Geruch am Anfang
  • Fällt zu groß aus
Literatur die nicht fehlen darf

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Über den Autor

Ich bin Markus, Betreiber dieses Blogs, Motorradfan, Comicfan und natürlich…Outdoorfan 【ツ】

 
 

1 Kommentar

  1. Franci sagt:

    Die Jacke hat mein Männlein auch (gehabt). Selbes Problem mit den zu langen Ärmeln. Keine Ahnung an wem die damals Maß genommen haben…aber er hatte wohl eindeutig längere Arme 😀 Deswegen ging die Jacke wieder zurück.

    Grüße aus Aachen
    Franci